Ratgeber · Stand: 27. August 2026

Förderdepot oder betriebliche Altersvorsorge?

Die betriebliche Altersvorsorge (bAV) ist für viele Arbeitnehmer bereits Alltag. Wie verhält sie sich zum neuen Förderdepot – und lohnt es sich, beides zu kombinieren?

1. Was ist die betriebliche Altersvorsorge?

Bei der betrieblichen Altersvorsorge wandelst du einen Teil deines Bruttogehalts in einen Beitrag zur Altersvorsorge um (Entgeltumwandlung). Dadurch sparst du in der Ansparphase sowohl Einkommensteuer als auch Sozialversicherungsbeiträge auf den umgewandelten Betrag.

2. Der Arbeitgeberzuschuss: bAVs großes Plus

Seit dem Betriebsrentenstärkungsgesetz ist Ihr Arbeitgeber verpflichtet, mindestens 15 % des umgewandelten Betrags zuzuschießen, soweit er durch die Entgeltumwandlung selbst Sozialversicherungsbeiträge einspart. Diesen direkten Arbeitgeberzuschuss gibt es beim personenbezogenen Förderdepot naturgemäß nicht – dort kommt die Förderung stattdessen direkt vom Staat.

3. Der Haken: Kranken- und Pflegeversicherung in der Rente

Der bekannteste Nachteil der bAV zeigt sich erst bei der Auszahlung: Auf die Betriebsrente werden volle Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge fällig – ohne den hälftigen Arbeitgeberanteil, den du als aktiver Arbeitnehmer hattest. Ein jährlich angepasster Freibetrag mildert diesen Effekt etwas ab, hebt ihn aber nicht auf.

Rechne den Effekt vorher durch

Dieser Beitragseffekt kann einen spürbaren Teil deiner späteren Betriebsrente aufzehren. Er wird bei der Entscheidung für eine bAV häufig unterschätzt.

4. Zugang: arbeitgebergebunden vs. personenbezogen

Die bAV setzt ein bestehendes Arbeitsverhältnis voraus – Selbstständige sind in aller Regel ausgeschlossen. Das Förderdepot ist dagegen personenbezogen konzipiert und unabhängig davon, ob du angestellt oder selbstständig bist.

5. Direkter Vergleich

KriteriumFörderdepotBetriebliche Altersvorsorge
VoraussetzungKeine, personenbezogenBestehendes Arbeitsverhältnis
FörderartDirekte staatliche ZulageArbeitgeberzuschuss (mind. 15 %)
Sozialversicherung AnsparphaseNicht betroffenErsparnis auf umgewandelten Betrag
KV/PV auf die RenteNach aktuellem Stand nicht bAV-spezifisch geregeltVolle Beiträge, kein Arbeitgeberanteil
Bei JobwechselUnverändert, personenbezogenPortierung je nach Anbieter

6. Beides kombinieren: für wen sich das lohnen kann

Für Angestellte, deren Arbeitgeber den vollen bAV-Zuschuss zahlt, kann es sinnvoll sein, die bAV bis zu diesem geförderten Rahmen zu nutzen und zusätzlich ein Förderdepot für die eigene, personenbezogene Zulage zu eröffnen. Selbstständige ohne Zugang zur bAV profitieren dagegen ausschließlich vom Förderdepot.

7. Pro & Contra im Überblick

Förderdepot

  • Unabhängig vom Arbeitgeber.
  • Auch für Selbstständige zugänglich.
  • Direkte, planbare staatliche Zulage.

Betriebliche Altersvorsorge

  • Bis zu 15 % Arbeitgeberzuschuss möglich.
  • Volle KV/PV-Beiträge auf die spätere Rente.
  • An das Arbeitsverhältnis gekoppelt.

8. Häufig gestellte Fragen

Kann ich bAV und Förderdepot gleichzeitig nutzen?

Grundsätzlich ja – beides sind unterschiedliche Fördertöpfe, die sich nach aktuellem Stand nicht gegenseitig ausschließen. Viele Arbeitnehmer dürften künftig beides parallel nutzen.

Warum bekomme ich bei der bAV einen Arbeitgeberzuschuss?

Seit dem Betriebsrentenstärkungsgesetz muss der Arbeitgeber mindestens 15 % des umgewandelten Gehalts zuschießen, soweit er durch die Entgeltumwandlung selbst Sozialversicherungsbeiträge spart. Beim Förderdepot gibt es diesen Mechanismus nicht, dafür die direkte staatliche Zulage.

Stimmt es, dass ich in der bAV-Rente doppelt Kranken- und Pflegeversicherung zahle?

Auf die Auszahlung aus der bAV fallen volle Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge an, ohne Arbeitgeberanteil, da du als Rentner oder Rentnerin giltst. Es existiert ein jährlich angepasster Freibetrag, der einen Teil davon abfedert, aber den grundsätzlichen Effekt nicht aufhebt.

Gilt dieser Nachteil auch für das Förderdepot?

Nach aktuellem Stand ist das Förderdepot nicht an ein Arbeitsverhältnis gekoppelt und unterliegt damit nicht der gleichen bAV-spezifischen Beitragslogik – die endgültige sozialversicherungsrechtliche Behandlung der Auszahlung ist aber noch nicht in allen Details geklärt.

Was passiert mit meiner bAV, wenn ich den Job wechsle?

bAV-Verträge sind grundsätzlich portabel, die genaue Übertragung hängt aber vom neuen Arbeitgeber und Anbieter ab. Das Förderdepot ist dagegen komplett personenbezogen und unabhängig vom Arbeitgeber.

Können Selbstständige eine bAV abschließen?

In aller Regel nicht, da die bAV ein bestehendes Arbeitsverhältnis voraussetzt. Für Selbstständige ist das personenbezogene Förderdepot deshalb häufig die einzige der beiden Optionen.

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Quellen & weiterführende Links

  1. Bundesministerium für Arbeit und Soziales: Grundlagen der betrieblichen Altersvorsorge
  2. Betriebsrentenstärkungsgesetz (BRSG): Arbeitgeberzuschuss nach § 1a BetrAVG
  3. GKV-Spitzenverband: Beitragspflicht von Betriebsrenten in der Krankenversicherung
  4. Bundesministerium der Finanzen: „Altersvorsorge durch Kapitalanlage" – Gesetzentwurf (Stand 2026)
  5. Verbraucherzentrale: Ratgeber betriebliche Altersvorsorge

Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlage- oder Sozialversicherungsberatung dar. Alle Angaben ohne Gewähr. Die gesetzlichen Regelungen zum Förderdepot können sich bis zur Einführung 2027 noch ändern.