Ab 2027 startet in Deutschland ein revolutionäres Modell: das staatlich geförderte Altersvorsorge-Depot. Statt klassischer Sparbücher oder Rentenversicherungen soll das Geld direkt am Kapitalmarkt arbeiten – mit staatlichen Zuschüssen von bis zu 540 Euro im Jahr. Doch wie genau funktioniert das Förderdepot? Wer hat Anspruch? Und lohnt es sich wirklich? Dieser Guide gibt dir alle Antworten.
Das Förderdepot (offiziell: „Altersvorsorge durch Kapitalanlage") ist ein geplantes staatliches Förderprogramm, das ab 2027 in Deutschland eingeführt werden soll. Kernidee: Statt die Altersvorsorge ausschließlich über Rentenversicherungen oder Lebensversicherungen abzuwickeln, soll jeder Bürger die Möglichkeit erhalten, in ein Wertpapierdepot zu investieren – mit direkter Unterstützung durch den Staat.
Im Gegensatz zur klassischen Riester-Rente, bei der Versicherungskonzerne die Rendite auffressen, soll das Förderdepot transparent und kostengünstig sein. Das Geld fließt direkt in ETFs oder andere Wertpapiere. Der Staat fördert das Sparen durch direkte Zuschüsse, sogenannte Zulagen.
Bisher gab es in Deutschland keine direkte staatliche Förderung für Wertpapierdepots. Das Förderdepot schließt diese Lücke und macht die Altersvorsorge für junge Menschen deutlich attraktiver.
Die Förderung erfolgt über ein gestaffeltes Zulagensystem. Je mehr du einzahlst, desto höher fällt die prozentuale Zulage aus – allerdings mit einer Obergrenze.
Die drei Förderbausteine im Vergleich – Grundzulage und Kinderzulage laufen jährlich, der Berufseinsteiger-Bonus wird einmalig gezahlt.
Die Grundzulage ist zweigeteilt:
Insgesamt ergibt sich daraus eine maximale Grundzulage von 540 Euro pro Jahr. Das bedeutet: Wenn du 1.800 Euro oder mehr einzahlst, erhältst du automatisch die volle Zulage.
Für jedes Kind unter 18 Jahren gibt es zusätzlich bis zu 300 Euro pro Jahr. Bei zwei Kindern sind das also 600 Euro Zulage obendrauf – unabhängig von deiner eigenen Einzahlung.
Wer das Förderdepot vor dem 25. Lebensjahr abschließt, erhält einen einmaligen Bonus von 200 Euro. Dieser soll junge Menschen motivieren, frühzeitig mit der Altersvorsorge zu beginnen.
Die genauen Förderbeträge und Einkommensgrenzen können sich bis zur finalen Gesetzesverabschiedung noch ändern. Wir aktualisieren diesen Artikel laufend.
Nach aktuellem Stand soll das Förderdepot für eine breite Bevölkerungsgruppe zugänglich sein. Die wichtigsten Voraussetzungen:
Besonders gefördert werden sollen Berufseinsteiger, Familien und Selbstständige. Für Letztere wäre das Förderdepot eine echte Neuheit, da sie bisher von der betrieblichen Altersvorsorge meist ausgeschlossen waren.
Du eröffnest ein Förderdepot bei einer teilnehmenden Bank oder einem Online-Broker. Wichtig: Nicht jedes normale Depot qualifiziert sich automatisch. Die Bank muss speziell für das Förderprogramm zugelassen sein.
Du zahlst monatlich oder jährlich auf das Depot ein. Der maximale Betrag liegt bei 2.400 Euro pro Jahr. Auch kleinere Beträge sind möglich – die Zulage wird dann anteilig berechnet.
Die Zulage wird automatisch auf dein Depot gutgeschrieben. Du musst nichts beantragen – Bank und Staat kommunizieren direkt miteinander.
Das Geld wird in zugelassene ETFs oder andere Wertpapiere investiert. Welche Produkte genau förderfähig sind, wird noch festgelegt. Grundsätzlich werden breit gestreute, kostengünstige ETFs erwartet.
Über Jahrzehnte hinweg wächst dein Kapital durch Rendite und Zulagen. Die Sperrfrist beträgt mindestens bis zum 65. Lebensjahr – danach kannst du das Geld entnehmen.
Um zu verstehen, wie mächtig das Förderdepot ist, schauen wir uns eine konkrete Rechnung an. Annahme: Du zahlst 200 Euro monatlich ein (2.400 Euro/Jahr) und erhältst die volle Zulage.
Gesamtkapital im Förderdepot bei 200 €/Monat und 6 % Rendite p.a. – die Kurve zeigt den Zinseszinseffekt über 30 Jahre.
| Jahr | Eigene Einzahlung | Staatliche Zulage | Gesamtes Kapital | Rendite (6 % p.a.) |
|---|---|---|---|---|
| Jahr 1 | 2.400 € | 540 € | 2.940 € | + 176 € |
| Jahr 5 | 12.000 € | 2.700 € | 18.540 € | + 1.112 € |
| Jahr 10 | 24.000 € | 5.400 € | 42.840 € | + 2.570 € |
| Jahr 20 | 48.000 € | 10.800 € | 118.200 € | + 7.092 € |
| Jahr 30 | 72.000 € | 16.200 € | 245.800 € | + 14.748 € |
* Annahme: Durchschnittliche Rendite von 6 % p.a., maximale Grundzulage von 540 €/Jahr. Ohne Zulage wären es bei gleicher Rendite nur ca. 201.000 € – die Zulage bringt also über 44.000 Euro zusätzlich.
Das Fazit: Durch die staatliche Zulage und den Zinseszinseffekt entsteht ein erheblicher Vermögensvorsprung. Selbst bei konservativeren 4 % Rendite würdest du nach 30 Jahren immer noch über 170.000 Euro besitzen.
Noch ist nicht endgültig klar, welche Wertpapiere im Förderdepot zugelassen werden. Allerdings deutet vieles darauf hin, dass der Fokus auf breit gestreuten, kostengünstigen ETFs liegt.
Achte bei der ETF-Auswahl auf die Gesamtkostenquote (TER). Selbst kleine Unterschiede von 0,1 % können über 30 Jahre Tausende Euro ausmachen.
Jede Kapitalanlage birgt Risiken. Das Förderdepot ist keine Ausnahme.
ETFs unterliegen den Schwankungen des Aktienmarkts. In Krisenzeiten kann dein Depot vorübergehend Wert verlieren. Wichtig ist deshalb ein langer Anlagehorizont von mindestens 15–20 Jahren.
Das Geld ist bis zum 65. Lebensjahr gebunden. Notfälle wie Arbeitslosigkeit oder Krankheit berücksichtigt das System nur eingeschränkt. Du solltest daher immer einen Notgroschen außerhalb des Förderdepots halten.
Politische Entscheidungen können die Förderung künftig anpassen oder streichen. Eine Garantie auf lebenslange Zulagen gibt es nicht.
Selbst bei 6 % Rendite schmälert die Inflation den realen Wert deines Kapitals. Langfristig sollte die Rendite jedoch deutlich über der Inflationsrate liegen.
Historische Renditen sind keine Garantie für die Zukunft. Eine Garantie auf Gewinne gibt es beim Förderdepot nicht – im Gegensatz zur klassischen Lebensversicherung.
Viele fragen sich: Lohnt sich das Förderdepot überhaupt, wenn ich bereits einen ETF-Sparplan habe? Oder sollte ich lieber bei der Riester-Rente bleiben?
| Kriterium | Förderdepot | ETF-Sparplan | Riester-Rente |
|---|---|---|---|
| Staatliche Förderung | Ja (bis 540 €/Jahr) | Nein | Ja (Zulage + Steuerersparnis) |
| Flexibilität | Mittel (Sperrfrist) | Hoch | Niedrig (vertragsgebunden) |
| Kosten | Niedrig | Niedrig | Hoch (Abschluss- & Verwaltungskosten) |
| Renditechance | Hoch | Hoch | Mittel (Garantieanteil drückt Rendite) |
| Entnahme | Ab 65 Jahre | Jederzeit | Ab Rentenalter |
| Steuervorteil | Noch unklar | Teilfreistellung | Steuerliche Förderung |
Unser Fazit: Das Förderdepot kombiniert die beste Renditechance des ETF-Sparplans mit der staatlichen Förderung der Riester-Rente – bei deutlich niedrigeren Kosten. Für die meisten Sparer ist es die optimale Wahl.
Nach aktuellem Stand soll das Förderdepot ab 2027 eingeführt werden. Die genauen gesetzlichen Grundlagen müssen jedoch noch verabschiedet werden.
Voraussichtlich alle Personen mit Wohnsitz in Deutschland, die regelmäßige Einzahlungen leisten. Dazu gehören Arbeitnehmer, Selbstständige und Familien.
Die maximale Grundzulage beträgt 540 Euro pro Jahr. Dazu kommen bis zu 300 Euro Kinderzulage pro Kind und ein einmaliger Berufseinsteiger-Bonus von 200 Euro.
Nein. Das Kapital ist bis zum 65. Lebensjahr gesperrt. In Ausnahmefällen (schwere Krankheit, Pflegebedürftigkeit) könnten Sonderregelungen greifen.
Noch nicht endgültig festgelegt. Voraussichtlich werden breit gestreute, kostengünstige ETFs zugelassen – vermutlich mit ESG-Kriterien.
Ja, wenn du die staatliche Zulage voll ausschöpfen kannst. Die Zulage von bis zu 540 Euro pro Jahr ist ein sofortiger Rendite-Boost, den ein normaler Sparplan nicht bietet.
Noch unklar. Wahrscheinlich wird es eine Mindesteinzahlung pro Jahr geben. Wenn du diese nicht erfüllst, entfällt die Zulage für das betreffende Jahr.
Nein. Pro Person ist voraussichtlich nur ein Förderdepot möglich. Die Einzahlungsobergrenze von 2.400 Euro gilt insgesamt, nicht pro Depot.
Die steuerliche Behandlung ist noch nicht endgültig geklärt. Möglich ist eine steuerfreie Zulage bei späterer Besteuerung der Entnahme (nachgelagerte Besteuerung).
Das Kapital im Förderdepot fällt vermutlich in die Erbfolge. Details zur Vererbung und möglichen Steuerfolgen werden noch geregelt.
Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Alle Angaben ohne Gewähr. Die gesetzlichen Regelungen können sich bis zur Einführung 2027 noch ändern.